Blaupause für nachhaltige Fischerei

Ulrike Rodust, Foto: S. Perrine
Ulrike Rodust, Foto: S. Perrine

Europäisches Parlament stimmt über Mehrjahresplan für die Ostsee ab
„Mit dem Managementplan für die Ostsee-Fischerei setzen wir um, was wir mit der Fischereireform beschlossen haben: nur noch so viel zu fischen, wie nachwachsen kann. Das ist ein erster wichtiger Schritt zur nachhaltigen Bewirtschaftung unserer Fischbestände. Jetzt müssen weitere Pläne folgen, die die verantwortungsvolle Nutzung der Ressource Fisch in Europa festschreiben“, fordert die SPD-Fischereiexpertin Ulrike Rodust. „Die Mehrjahrespläne sind an wissenschaftlichen Erkenntnissen ausgerichtet. Sie sind das Rückgrat der neuen europäischen Fischereipolitik“, erläutert Rodust.
Die Fischerei auf Dorsch, Hering und Sprotte in der Ostsee wird grundlegend neu geregelt. Europäisches Parlament, EU-Kommission und Rat hatten sich im März auf einen Ostsee-Managementplan geeinigt, der die nachhaltige Bewirtschaftung dieser Fischbestände über mehrere Jahre im Blick hält. Mit der voraussichtlichen Zustimmung des Europäischen Parlaments am Mittwoch, 22. Juni kann der Plan nun in Kraft treten, bevor die EU-Fischereiminister im Herbst die Quoten für 2017 festlegen.
Rodust, die zum Verhandlungsteam des Europäischen Parlaments gehörte, hofft, dass es mit Hilfe des Managementplans gelinge, auch kritische Bestände in der Ostsee zügig wieder aufzubauen. „Bei der jährlichen Festlegung der Höchstfangmengen müssen die Fischereiminister nun innerhalb sicherer Grenzen bleiben. So wird es dem Ministerrat nicht mehr möglich sein, zu hohe Fangquoten zu beschließen. Das hat sich bisher negativ auf die Fischbestände ausgewirkt. Wenn die Bestände durch andere schädliche Einflüsse wie Viren oder eine Veränderung des Salzgehalts unter ein kritisches Maß zu sinken drohen, greift zudem eine striktere Sicherheitsschranke.“
Der Mehrjahresplan für die Ostseefischerei war politisch stark umkämpft. Als erster mehrjähriger Bewirtschaftungsplan nach Inkrafttreten der Fischereireform gilt er auch als Blaupause für weitere Managementpläne.