Saubere Meere fangen an Land an

Die Europäische Kommission muss noch in diesem Jahr konkrete Maßnahmen benennen, wie sie die Ressourceneffizienz verbessern und Siedlungs- und industriellen Müll verringern will. Das haben die Abgeordneten des Europäischen Parlaments am Mittwoch in Straßburg gefordert. In dem Entschließungsentwurf verlangen die Europaparlamentarier verbindliche Ziele zur Abfallreduzierung und neue Rechtsvorschriften über umweltgerechte Produktgestaltung („Ökodesign“).

Für die schleswig-holsteinische Abgeordnete Ulrike Rodust wäre das ein wichtiger Schritt hin zu saubereren Meeren. „Abfälle im Meer hängen stark vom landbasierten Umgang mit Abfällen ab. Rund 80 Prozent der Abfälle in unseren Ozeanen stammen vom Land – beispielsweise von nicht gefilterten Abwässern und von der Verschmutzung der Strände aber auch von Mülldeponien in Meeresnähe“, erläutert Rodust.

„In dem Bericht fordern wir die Senkung der Abfallmenge im Meer um 50 Prozent bis 2025. Um das zu erreichen wird die ebenfalls geforderte schrittweise Abschaffung von Mülldeponien nur ein Aspekt sein“, ist sich Rodust sicher. Dass 40 Prozent der festen Abfälle in der EU nicht recycelt würden, sondern auf Mülldeponien oder in Verbrennungsanlangen landen, sei nicht mehr hinnehmbar. Die verschwenderische Nutzung der Ressourcen schadet nicht nur der Umwelt, sondern stellt obendrein ein wirtschaftliches Risiko dar. Schließlich werden Rohstoffe weltweit knapp und immer teurer.

„Die Wegwerfgesellschaft, in der wir es uns heute noch viel zu oft erlauben, Produkte nach einmaliger Nutzung in den Müll zu schmeißen, können wir uns nicht mehr leisten, was wir brauchen ist eine Kreislaufwirtschaft, in der Produkte langlebig, reparierbar und recycelbar sind“, führt Rodust aus. Dazu sollen separate Sammlungssysteme für Papier-, Metall-, Plastik-, Glas- und Kompostabfall eingeführt werden. Das ist nötig, da es in vielen Mitgliedstaaten noch keine effizienten Mülltrennungssysteme gibt – und Recycling so erheblich erschwert wird. „Gerade nicht recycelte Plastikabfälle stellen ein enormes Problem für unsere Ozeane dar. Projekte wie beispielsweise „Fishing for Litter“, bei dem von Fischern in Nord- und Ostsee „gefischte“ Abfälle umweltgerecht in den Häfen entsorgt werden, zeigen uns, dass der Schlüssel für sauberere Meere an Land liegt“, so Rodust.